Bedburger Dreigestirn der BNZ 2016/2017

Traditionelles BNZ-Fisch-Essen am Karnevalsdienstag

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Phantastische 900 Euro bei der Versteigerung des BNZ-Dreigestirn-Bildes

Hilde Dietz präsentiert das fertige Bild ...
... Staunen und kräftiger Applaus folgen.
Prinz Norbert signiert ...
... Bauer Marco folgt ...
... Jungfrau Gebhardine vollendet.
Auktionator Georg Kippels in voller Aktion
Hilde Dietz stockt die erreichten 840 € am Ende im Namen der "Elf im Glashaus" um 60 € auf glatte 900 € auf!
Prinz Norbert und seine Familie sind die glücklichen Gewinner bei der Endsumme von 900 Euro!
Übergabe des Erlöses an Pfarrer Gebhard Müller

Erlös geht an die Aktion „PänzMobil“ der ev-angel-isch gGmbH

(Bedburg, 28.02.2017) Jungfrau Gebhardine war zunächst sprachlos, als die amerikanische Versteigerung des Bildes bei sagenhaften 840 € endete und von den "Elf im Glashaus" sogar noch auf 900 € aufgestockt wurde. „Ich danke Euch allen von Herzen.“, fand sie dann doch ihre Stimme wieder, „Die Akteurinnen und Akteure der ev-angel-isch-gGmbH werden sich wahnsinnig freuen. Das PänzMobil, ein Ford Transit Personentransporter, wird 365 Tage im Jahr hier vor Ort, in der näheren Umgebung und im Sommer im Ferienlager auf Sardinien unterwegs sein. Mit diesem PänzMobil ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen aus Bedburg und Umgebung die Teilhabe an unseren inklusiven Projekten und Freizeiten.“, erläuterte Jungfrau Gebhardine, die ja bekanntlich ab Aschermittwoch wieder als Pfarrer arbeitet, stolz und ergänzte: „Diese ev-angel-isch-gGmbH wurde von unserer evangelischen Kirchengemeinde hier in Bedburg gegründet und ist als freier Träger der Jugendhilfe und Kooperationspartner verschiedener Schulen tätig. Viele Bedburger Kinder werden profitieren und dankbar sein.“

Aber nicht nur Jungfrau Gebhardine war glücklich; auch die Initiatoren der Künstlergruppe „Elf im Glashaus“ aus Bedburg waren hochzufrieden. Am 19. Februar war die Bedburger Narrenzunft im Glashaus zu Gast gewesen und das Dreigestirn hatte ein von den „Elf im Glashaus“ vorbereitetes Bild „künstlerisch aufgewertet“. Nun waren alle gespannt darauf, was die wirklichen Künstler nun letztendlich daraus gemacht hatten. Spontaner und lang andauernder Applaus zeigte: Alle waren schlichtweg begeistert vom tollen Ergebnis. Prinz, Bauer und Jungfrau waren natürlich mehr als stolz, dieses Gemälde unter Anleitung der Initiatorin Hilde Dietz signieren zu dürfen.

„Wir werden das Bild amerikanisch versteigern.“, hatte der 1. Vorsitzende Dr. Georg Kippels zu Beginn des traditionellen BNZ-Fisch-Essens in den Bedburger Altstadtstuben ausgerufen. „Auf diese Weise kann jede und jeder hier im Saal nach Belieben mitsteigern.“ Das ließ sich die Zunftgemeinde nicht zweimal sagen; ein munteres Bieten begann und Auktionator Georg Kippels hatte seine liebe Not, den Überblick über die zahlreichen hochgereckten Geldscheine zu behalten.  Am Ende war Prinz Norbert bei sagenhaften 900 € der glückliche Gewinner und nahm das Bild strahlend in Empfang.

Ein herzliches und großes DANKE an die „Elf im Glashaus“!!!

(von Walter Correnz)

Bedburger Narrenzunft erinnert an das von den Nazis ermordete Gründungsmitglied Mathias Höflich

v.l.n.r.: Prinzenführer Wolfgang Correnz, Bürgermeister Sascha Solbach, Bauer Marco (Bartels), Stadtarchivar Uwe Depcik, 1. Vorsitzender der BNZ Dr. Georg Kippels, Prinz Norbert (Walter), Fritz Maddaus, Jungfrau Gebhardine (Gebhard Müller), Markus Nüsser
Stolperstein vor dem ehemaligen Haus der Fam. Höflich
Die Bedburger Narrenzunft verneigt sich in ehrendem Gedenken an das Schicksal ihres Gründungsmitglieds Mathias Höflich.

Vorstand, Präsidium und Dreigestirn auf Spurensuche in der Ausstellung „Juden in Bedburg“ und am kürzlich verlegten Stolperstein vor Höflichs ehemaligem Haus in der Lindenstraße 28

(Bedburg, 22.02.2017) „Mathias Höflich war eines der Gründungsmitglieder der Bedburger Narrenzunft im Jahre 1886“, erläuterte Dr. Georg Kippels, der 1. Vorsitzende der BNZ, den Grund des Besuchs, „und deshalb ist es uns ein Bedürfnis und gleichzeitig eine große Ehre, im Karnevalstrubel einmal inne zu halten und uns zu erinnern.“

Wer war Mathias „Mathieu“ Höflich? Stadtarchivar Uwe Depcik hat die Fakten in der Ausstellung im Rathaus Bedburg akribisch dokumentiert. Demnach wurde Mathias Höflich am 01.04.1859 in Frauweiler/Bedburg geboren und war jüdischer Abstammung. Höflich gehörte zu einer Gruppe von Juden in Bedburg, die ihren Geschäften nachgingen und in der Bevölkerung geachtet wurden. Mathias Höflich arbeitete als Metzgermeister und engagierte sich in mehreren Vereinen. Im August 1933 feierte er mit seiner Frau Luise die Goldene Hochzeit und im zugehörigen Bericht des Bedburger Erftboten wird die große Beliebtheit des Paares ausführlich beschrieben. Die am Ende des Artikels formulierten Glückwünsche klingen heute allerdings wie Hohn angesichts des Schicksals, dass das Ehepaar Höflich in der Folgezeit durch die Nazis erleiden musste: Entzug der Rentenunterstützung, 1940 Zwangsumsiedlung nach Köln, 1942 Deportation nach Theresienstadt und schließlich Ermordung noch im selben Jahr.

Prinz Norbert aus dem BNZ-Dreigestirn interessierte sich besonders für die Aktivitäten Höflichs in der Narrenzunft und erfuhr, dass Höflich von der Gründung an als aktives Mitglied geführt wurde und auch viele Jahre im Elferrat saß. „Wenn ich hier lese, dass er im Jubiläumsjahr 1896 zum Prinzen proklamiert wurde“, stellte Prinz Norbert nachdenklich fest, „so stehen wir heute in der direkten Traditionsnachfolge – ein bedeutender Grund, seiner zu gedenken.“
Das Ende der Mitgliedschaft Höflichs in der BNZ ist belegt durch die protokollierte Aussage des BNZ-Präsidenten in der Sessions-Anlaufversammlung im November 1933, Mathias Höflich sei freiwillig aus der Zunft ausgetreten. „Interpretiert man dazu die Ausführungen des BNZ-Zunftschreibers Ernst Schopen in der 100-Jahre-BNZ-Schrift aus dem Jahre 1986“, erläuterte Dr. Kippels, „so muss man diese Freiwilligkeit doch sehr in Frage stellen. Heute können wir nur spekulieren, aber wahrscheinlich ist, dass die Nazi-Herrschaft 1933 auch in Bedburg bereits so weit gediehen war, dass sie die Vorstandsentscheidungen in den Vereinen maßgeblich beeinflussen konnte.“

Bürgermeister Solbach dankte der BNZ-Abordnung für den Besuch im Rathaus und betonte die Bedeutung des karnevalistischen Brauchtums gerade in der heutigen Zeit: „Wir dürfen den braunen Angstmachern keine Chance geben und dürfen uns die Freude am Feiern nicht verderben lassen.“

(von Walter Correnz)

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Quelle: KStA vom 20.02.2017

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Tolle Aktion der "Elf im Glashaus" 

Versteigerung des fertigen Bildes nach dem Fischessen am Karnevalsdienstag ab 20 Uhr in den Altstadtstuben

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