Manchmal ist es schon merkwürdig mit diesem Orden bzw. genauer gesagt der Verteilung. Da tauchen immer wieder verdiente Leute unter das Radar des Ältestenrates weg, dessen Aufgabe die Nominierung für den Orden ist. Auch in diesem Jahr erhält mit Robert Lepper ein Zünftler den Orden, der es eigentlich schon viel länger verdient hätte. Aber umso lieber und verdienter werden wir ihn in dieser Session ehren.
Dass er den Orden mehr als verdient hat, erschließt sich eigentlich sehr einfach aus seiner Laufbahn in der Zunft. In der Familie Lepper besteht schon seit vielen Jahren, wenn nicht sogar seit Generationen, eine starke Bindung zur Zunft; so war sein Onkel Robert Krall lange Zeit Schirmherr der Gesellschaft und lud verdiente Zünftler jedes Jahr ins Haus Büntgen zum Essen ein. So ist es verwunderlich, dass Robert erst 1994 in die Zunft eintrat. Er spielte bei den Fanfaren sein geliebtes Saxophon, das er zu der Zeit auch schon privat ausgiebig malträtierte. Das ist auch insofern bemerkenswert, als er der Erste war, der ein nicht Fanfaren-typisches Instrument einbrachte und perfekt spielte. Böse Zungen behaupten ja, dass manche der Fanfaren nach Zahlen und nicht nach Noten spielen. Aber nur Fanfare-sein ist natürlich für einen verdienten Zünftler zu wenig und würde auch kaum dem Anspruch auf den Großen Orden genügen. Und so startete 2004 seine große Karriere mit dem Eintritt ins Präsidium als Vizepräsident. In dieser Zeit leitete und organisierte er auch über 10 Jahre hinweg zusammen mit Carsten Esser die Kindersitzung. Seit der Session 2019/20 ist Robert Präsident der Bedburger Narrenzunft und leitet in seiner souveränen und bewährten Art die Prunksitzung. Seit der letzten Session präsidiert er auch die Rednersitzung in unserem geliebten Schloss. Man munkelt, er will dies auch noch ein paar Jahre machen, um dann in den karnevalistischen Ruhestand zu gehen. Dann bleibt auch mehr Zeit für ein paar Bierchen an der Theke. Obwohl man ihm nachsagt, er bevorzuge einen feinen Wein. Seine Ernennung zum Senator soll auch nicht unerwähnt bleiben.
Schauen wir an dieser Stelle auch einmal auf sein Privatleben. Nach dem Abi studierte Robert Jura in Bielefeld und Bonn und legte seine Examen 1996 bzw. 1998 ab. Seine Zulassung als Anwalt erhielt er 1999 und hat nicht nur eine Kanzlei in Bedburg, sondern auch in D…..-Oberkassel (die Stadt mit D möchte ich hier nicht ausschreiben, das ist auch leider ein schwarzer Fleck in seiner Vita). Zudem übernahm Robert auch die väterliche Immobilienfirma in der Stadt mit D. Das wollen wir nicht weiter ausführen…. Vielleicht ist diese Örtlichkeit der Grund, ihn jahrelang nicht bei der Ordensauswahl berücksichtigt zu haben.
Ich habe aber immer gedacht, einer der notwendigen Eigenschaften eines Anwalts sei Pünktlichkeit. Vielleicht ist es auch in seiner beruflichen Tätigkeit so. Aber seine Freunde – und das kann auch der Schreiber der Zeilen ausdrücklich bestätigen – sprechen von einer notorischen Unpünktlichkeit. Einer seiner Freunde steckte mir auch, dass Robert am Wochenende mehr schläft als ein Braunbär im Winter. Aber bei so vielen beruflichen Aufgaben ist das auch verzeihlich.
Privat ist Robert seit vielen Jahren mit seiner lieben Gattin Ursula verheiratet, die beide eine Tochter Anna Zoe und einen Sohn Max haben. Anna tanzt übrigens bei den Stäanen, da sind doch karnevalistische und Zunft-Gene weitergegeben worden.
In seiner Freizeit quält Robert gerne Bälle – Tennisbälle auf dem Court und Fußbälle beim FC Nothbaum. Böse Zungen behaupten, dass geschehe mehr schlecht als recht, das ist aber bestimmt ein Gerücht. Zudem füllt Robert noch ein weiteres Ehrenamt aus, neben dem Präsidenten-Amt ist er auch im Kirchenvorstand St. Lambertus.
Etwas, was seit vielen Jahren in seinem Kalender steht, ist das White Sands Festival auf Norderney, das er mit dem Gentleman Club Bedburg besucht. Witzigerweise wird immer ein Ereignis auf Norderney erwähnt, wenn man seine Freunde um Anekdoten über Robert bittet. Anscheinend war vor einigen Jahren eine Kutschfahrt geplant, doch Robert hat eine Pferde-Allergie, die ihn dann nach jeder Menge Husten und Schniefen ins Krankenhaus zwang. Nach einer umfangreichen Cortison-Behandlung ist Robert dann wohl der Kutsche hinterhergelaufen, um weiter zu feiern. Ein echter Präsident lässt sich durch so etwas eben nicht vom Feiern abhalten.
Gott sei Dank hat dies zumindest keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückgelassen, wie man auch in dieser Session wieder auf der Bühne feststellen wird. Uns und insbesondere mir ist es eine Freude, Robert Lepper den Großen Orden der Bedburger Narrenzunft v. 1886 zu überreichen. Dieser Orden wird in jeder Session nur einmal an eine Person verliehen, die sich um die Zunft über viele Jahre verdient gemacht hat. Diese Verleihung an Robert ist schon lange überfällig und bei weitem verdient.
Mit den herzlichsten Glückwünschen und mit einem dreimal vun Hätze Bebber Alaaf.
Dr. Wolfgang Moll
im Namen aller Zünftlerinnen und Zünftler
